Bald bessere Regelungen um Werbung auf Social Media? Der neue Gesetzesentwurf nimmt Influencer als Berufsgruppe ernst. 

Die rechtliche Markierung von Posts ist auf Social Media Plattformen bisher recht schwammig gewesen.  Im Jahre 2019 entschieden mehrere Gerichte, dass jeder Content in dem Produkte oder Marken sichtbar waren als Werbung gekennzeichnet werden mussten. Auch unbezahlte Posts die keinerlei Kampagnen, Kooperationen oder Anzeigen beinhalteten mussten somit für Verbraucher sichtbar gekennzeichnet werden.  Problematisch wurde dies, wenn einem Influencer doch einmal unbeabsichtigt ein Produkt oder eine Marke ins Bild schlich, denn eine Abmahnung von Wettbewerbsverbänden drohte schnell. Schon das Posten des Frühstückstisches mit sichtbarer Käseverpackung wurde quasi zur Anzeige.

Diese Problematik könnte sich in Zukunft jedoch klären, denn vergangene Woche hat das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz einen Gesetzentwurf vorgestellt, der Werbekennzeichnung klarer regelt. Der Entwurf zur “Stärkung des Verbraucherschutzes im Wettbewerbs- und Gewerberecht” besagt, dass Inhalte nur dann als Werbung gekennzeichnet werden müsse, wenn “unmittelbarer Zusammenhang mit Absatzförderung bestehe”. Keine Kennzeichnung wäre nötig, wenn „kein Entgelt oder ähnliche Gegenleistung“ fließe.

Durch dieses Gesetz sollen Verbraucher Werbung besser identifizieren können. Auch Influencer hätten es leichter- sie müssten nicht mehr akribisch darauf achten, ob zufällig ein Produkt im Bild sichtbar ist. 

Die Entscheidung darüber, ob das Gesetz in Kraft tritt wird erst nächstes Jahr beschlossen. Viele Influencer unterstützen den Entwurf bereits, denn so könnten in Zukunft Rechtsstreits um Kennzeichnung von Werbung vermieden werden. Mehrere bekannte Influencer wurden bereits wegen fehlendem Hinweis auf Werbung auf Social- Media- Kanälen verurteilt. 

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