Clubbing im Jahr 2021 – Online! Die neue App Clubhouse verfolgt ein innovatives Konzept, das Interessent*innen seit Beginn des Jahres die Ohren spitzen lässt. Die neue Audio-App ist eine Art exklusiver Live-Podcast und ein gutes Beispiel dafür, wie schnell in einem digitalen Zeitalter Trends entstehen können – das gilt auch für Plattformen.

Was sich hinter der neuen Plattform verbirgt und wieso sie in der Kritik steht, erfahren Sie in diesem Artikel.

Zahlen und Fakten über Clubhouse

Gegründet wurde die Plattform von dem ehemaligen Pinterest-Mitarbeiter Paul Davison und dem ehemaligen Google-Mitarbeiter Rohan Seth. Seit knapp einem Jahr ist die App erhältlich. Wichtige Fakten zur App:

  • Audiobasiertes soziales Netzwerk
  • 2020 vom Sofwareunternehmen Alpha Exploration Co. in den USA veröffentlicht
  • Nur über Nutzereinladung zugänglich
  • Nutzung bislang nur für IOS-Nutzer*innen möglich

Virtuelle Räume und Vernetzen – das kann Clubhouse

So funktioniert Clubbing dank der neuen Plattform heute: App öffnen, Raum betreten und diskutieren. Eine Mischung aus virtuellen Konferenzen und interaktiven Podcasts zu allen möglichen Themen. Nutzer*innen können Räume erstellen, in denen sie in Echtzeit mit mehreren Teilnehmer*innen diskutieren können. Die Moderator*in eines Raumes kann das Thema festlegen und entscheiden, wer auf der virtuellen Bühne sprechen darf. Gleichzeitig kann eine Vielzahl von Menschen der Diskussion zuhören. Clubhouse-Konferenzen können im Voraus angekündigt und auf anderen sozialen Medien geteilt werden. Zur besseren Orientierung auf der App, kann Themen gefolgt werden.

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Wie sich die Clubhouse etabliert

Nicht nur wegen Corona wurde die auditive Kommunikation zu einem wichtigen Bestandteil des Arbeitsalltags. Für Freiberufler*innen und Mitarbeiter*innen in digitalen Berufen sind sie auch wichtige Bestandteile für Weiterbildung und Networking. Clubhouse nimmt diese modernen Formen der Vernetzung und bringt sie auf die nächste Ebene. Das Konzept, sich ausschließlich auf Sound zu verlassen, ist viel spontaner, integrativer und offener als bei anderen Social-Media-Apps. Wer auf einfache und unkomplizierte Weise mehr über Business, E-Commerce, neue Vertriebskanäle usw. erfahren möchte, findet hier auch sehr schnell Verbindungen. So finden sich viele LinkedIn-Influencer*innen auf Clubhouse wieder. Mehr zu Influencer*innen auf LinkedIn: Hier.

Kritik an Clubhouse

Clubhouse bietet, wenn richtig eingesetzt, wahnsinnig viele tolle Möglichkeiten, um den Austausch zwischen Menschen, der insbesondere in der Coronazeit fehlt, wieder zu fördern. Die neue Plattform stößt dennoch seit ihrer Bekanntheit auch in Deutschland auf viel Kritik. Wie bei anderen soziale Medien, spalten sich bei Clubhouse deutlich die Meinungen, doch noch ist die App zu neu, als dass eine klare Meinung darüber ausgesprochen werden könne. Folgendes steht bei Kritiker*innen momentan auf der Liste:

Alles live – Alles echt?

Die App bietet nicht die Möglichkeit der Aufzeichnung. So fühlen sich die Nutzer*innen frei genug, um auch kritische Themen anzusprechen. Einem unzensiertes Medium ist grundsätzlich nichts vorzuwerfen, doch verbreitet sich somit auch Hassrede und Belästigung auf der App. Bis auf die App selbst können Nutzer*innen eine andere Nutzer*in nicht zur Rechenschaft ziehen. Das bietet eine Bühne für Rassismus und Homophobie – Die sollte kein soziales Medium bekommen. Richtlinien und eine anständige Agenda müssen her, finden wir!

Ausgrenzung: Wer ist bei Clubhouse mit dabei?

Inklusion ist ein wichtiges Thema, wenn es um Medien geht. Die Audio-App setzt voraus, dass nur Menschen mit einem gesunden Gehör teilnehmen können. Gehörlose sind damit außen vor, da es weder Untertitel noch Bewegtbilder auf der App gibt.

Auch Android-Nutzer*innen sind derzeit noch von der App ausgeschlossen, was sich laut den Gründern bald ändern soll.

Angst vor Datenschutz

Neue Mitglieder können nur über die Handynummer eingeladen werden. Zu diesem Zweck muss jede Nutzer*in zunächst Zugriff auf ihr gesamtes Telefonbuch gewähren. Alle anderen Telefonnummern auf der Kontaktliste werden auch an das hinter der App stehende Unternehmen Alpha Exploration Co. weitergegeben. Ihre Server befinden sich in den USA, was bedeutet, dass der Datenschutz gemäß der Europäischen Allgemeinen Datenschutzverordnung nicht mehr gilt.

Ob Clubhouse die neue Trend-Plattform wird und wie erfolgreich sie beispielsweise im Influencer Marketing im Vergleich zu TikTok sein kann, ist abzuwarten. In Zukunft wird sich herausstellen, ob und wie die neue Plattform Moderator*innen die Möglichkeit eröffnet, durch die Arbeit in der App Geld zu verdienen. Bis dahin haben wir Clubhouse 2021 definitiv auf dem Schirm.